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THE COOL GREENHOUSE

John Londono
Mit dem großartigen neuen zweiten Album „Sod's Toastie“ (veröffentlicht am 11.11.2022 auf Melodic Records) sind Tom Greenhouse und seine unerschrockene Band sicherer und selbstbewusster als je zuvor.

Während die skurrilen Beobachtungen und bizarren Anekdoten von Frontmann Tom Greenhouse nach wie vor im Mittelpunkt stehen, hat sich die Londoner Post-Punk Band dieses Mal mit einem kräftigeren Sound verstärkt, der mit Greenhouse' unverwechselbarem lyrischen Stil Schritt hält. Greenhouse schwelgt weiterhin im Erzählen zunehmend surreale Kurzgeschichten, während er sich an der Macht des trockenen Einzeilers erfreut und seine Songs mit weit entfernten kulturellen Referenzen versieht. Aber diesmal setzt die Band eine Vielzahl von Techniken mit verbesserter Produktion ein, von den impulsiv geschlagenen Keyboards und den sich jubelnd wiederholenden Gitarrenstrichen, die zu ihrem Markenzeichen geworden sind, bis hin zu Flirts mit - Gott bewahre - Melodien, Akkordfolgen und Arrangements, die ihre bewährte Musik aufwerten. Arrangements, die ihr bewährtes Schema zu einem aufregenderen und zusammenhängenden Ganzen machen.

Der Eröffnungssong „Musicians“ ist die perfekte Verkörperung dieser bewussten Entwicklung. Hier erzählt Greenhouse eine sarkastische Geschichte voller Halbwahrheiten, in der er durch die Stadt tingelt und versucht, eine Band zusammenzustellen. Klanglich beginnt der Song mit einem ätzenden Rückgriff auf die erste EP „Crap Cardboard Pet“ der Gruppe und deren überminimalistische Ästhetik. Doch am Ende des Songs kommt ein fröhliches Festival von Afrobeat-inspirierten Instrumenten wie Samba-Pfeifen, Bongos und Saxophonen hinzu, während der Frontmann ironischerweise bei seiner Mission scheitert, mehr Mitspieler zu rekrutieren.
Mit „Get Unjaded“ ist es der Band gelungen, etwas in die Nähe des Pop zu zaubern, ohne dabei auf die Wiederholung und den Witz zu verzichten, den ihre frühen Fans so sehr schätzen. „I Lost My Head“ hat auch einen Jangle-Pop-Schimmer mit einer üppigen Synthmelodie, während der Frontmann das gesprochene Wort zugunsten eines mürrischen Croons (sein erster bekannter Versuch, tatsächlich zu singen!) aufgibt, der eine willkommene Verschnaufpause vom Ansturm der dichten Wiederholungen bietet, die das A und O der Band sind.

Während die Texte hier immer noch oft humorvoll und politisch sind, hat Greenhouse seine Interessen auf diesem Album deutlich ausgeweitet und eine Reihe neuer Themen aufgenommen. Der Einfluss von Außerirdischen zum Beispiel wird immer wieder thematisiert. Auf „The UFOs“ wird der mysteriöse Protagonist Blinkus Booths isoliert lebender Protagonist scheinbar von den Gespenstern außerirdischer Besucher gestört, während der Abschluss-Song „The Neoprene Ravine“ wie ein Auszug aus einer Weltraum-Rockoper wirkt. Hier stapeln sich flotte und kantige Instrumente, während wir mit Bildern einer interstellaren Spinal Tap, der fiktiven Band "The Neoprene Ravine", die "das außerirdische Äquivalent zu Velvet Underground" ist, und einem außerirdischen Lou Reed, der "too busy sucking on my little green ding dong!" schreit, gefüttert werden.

In der Zwischenzeit wird „Hard Rock Potato“ von einem Wirbel aus Tasten und Synthesizern angetrieben, ein echtes Noise-Pop-Juwel, das aus echten Gitarrenakkorden (!) und rockigen Riffs besteht. Die bewusstseinserweiternden Texte nehmen die düstere Finanzindustrie aufs Korn und enthalten einen der vielen erstklassigen Einzeiler des Albums: "Es ist kein Glücksspiel, wenn du eine Krawatte trägst (auch wenn du keine Hosen anhast)".

Auf „Sod's Toastie“ haben The Cool Greenhouse ihren unverwechselbaren Post-Punk-Stil bis zur Perfektion getrieben - ihre widersprüchlichen Riffs, die alchemistische Instrumentalchemie und der respektlose Sprechgesang sind durchweg ein Genuss. Sod's Toastie ist manchmal urkomisch und manchmal einfach nur urkomisch gut - ein nicht allzu schwieriges zweites Album.
Do 09.02.2023   Berlin
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