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So
21.
05.
17

BING & RUTH

 

BING & RUTH
2006 startete David Moore Bing & Ruth, um seine Kompositionen auch außerhalb des akademischen Sektors dem Publikum zugänglich zu machen. Als Pianist aus Kansas und Student an der New School for Jazz and Contemporary Music in New York Greenwich Village schrieb Moore genau die Art von Musik, die er selbst hören wollte: minimalistische Ensemble-Musik mit einer speziellen filmischen Sensibilität, die Anmut und Textur über die häufig für diesen Art von Musik radikale Reduktion stellt. Somit tritt er gewissermaßen in die Fußstapfen der Minimalistik-Helden der New School: John Cage und Steve Reich, die beide Lehraufträge am Institut während der 50iger und 60iger Jahre hatten. Doch Moores Kompositionen sollten mehr sein als eine studierte Wiederholung derer Vorlagen und vielmehr auf Gefühle beruhen und deren Grenzen aufweichen. In seinen Stücken verbindet Moore somit das Wissen seines Pianostudiums, gepaart mit der eher perkussiven Nutzung des Instruments, mit Holzbläsern, wabbernden Tape Deleys und gesprengelten Upright Bass Lines.

Nach einer kurzen Auszeit, um sich auf andere Projekte zu konzentrieren, kehrte Moore zu seiner Arbeit an Bing & Ruth mit „City Lake“ zurück. Aus dem Ensemble war ein elfköpfiges Projekt geworden, was Touren sowie Proben gar unmöglich zu koordinieren machte. Umso mehr wenn man sich die derzeitige Landkarte der klassischen Musik vor Augen führt, in der man außerhalb von ein paar Instituten in den Metropolen der Welt nur schwer eine Hörerschaft findet. Stattdessen verkaufte Moore selbst veröffentlichte Vinyl-Alben von zuhause aus oder bei ihren Shows in New York. Und trotz mehrerer Rückschläge und einiger Frustrationen arbeitete Moore weiter an neuem Material. Während dieser Zeit kam Moore in Kontakt mit dem experimentellen Label RVNG INTL., woraus die Veröffentlichung von zwei Alben innerhalb der nächsten Jahre folgte.

Auf „Tomorrow Was the Golden Age“ konzentrierte sich das auf sieben Mitglieder geschrumpfte Ensemble darauf mit den Mitteln des Minimalismus Gefühle zu erzeugen. Das Album brachte der Band einiges an Ansehen ein und erzeugte Interesse in der meditativen Pop-Tradition von Philip Glass und Harold Budd. Und selbst Pitchfork zeichnete es aus als „one of the finest leftfield releases of the year”.

Jetzt, fast zwei Jahre später, kehrt Moore mit „No Home of the Mind“ zurück. Komponiert an siebzehn verschiedenen Klavieren über Nordamerika und Europa, verteilt in verschiedenen Sessions, auf Touren und Reisen, kanalisiert die Gruppe die spezifischen Beschränkungen ihrer Instrumente in Inspiration. “For me I feel like different pianos all have their own personalities,” sagt Moore dazu, “So in writing these new songs, I tried to embrace the personalities of the pianos I was spending time with.” Die Piano-Kompositionen wuchsen schnell und resultierten in einer Session als fünf-Personen-Ensemble in einer Kirche in Hudson, NY. Aufgenommen wurde an nur zwei Tagen, in so wenigen Takes wie möglich, um die Unmittelbarkeit des klassischen Session-Styles einzufangen, bei der es Gang und Gebe war in nur einem Take aufzunehmen, um Kosten zu sparen. “We had everything rehearsed, worked out and ready to go before we ever stepped in front of a microphone so when we did, it was like instinct coming back into play,” Nach über einem Jahr Arbeit ist „No Home of the Mind“ ein Statement von neuem Selbstbewusstsein, eine Verfeinerung der Klangfarben und des Tonfalls – ein Album, das frisch klingt und sich anstatt sich abzugrenzen, öffnet und dem Genre einige Facetten hinzufügt!
So 21.05.2017   Berlin
Grüner Salon
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16,50 €
 
 
Einlass: 19:00  –  Beginn: 20:00  –  Anfahrt
 
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